Die Hersteller von Rennbahnen vermarkten manchmal ihre Spielzeuge mit speziellen Geschwindigkeitsangaben. Sie nennen es „Scale Speed“. Das ist die Geschwindigkeit, die das Auto in kleinem Maßstab erreichen würde, wenn es lebensgroß wäre. So warb Carrera ihre Produktreihe Profi mit einem Scale Speed von 644 Km/h. So schnell wären die Magnetkarren gewesen. Dass Slotcars in der Tat schneller als ihre realen Vorbilder sind, zeigt auch ein kleiner Film von Carrera über ein Wettrennen auf dem Salzburgring.
Soweit die Werbung. Wenn es dann um die Wirklichkeit geht, zeigt der Tacho andere Nummer. Das Beweist ein Brief aus Carreras Zentrale in Salzburg, der gestern bei mir eingetrudelt ist. Darin war die Begrüßung für meine Anmeldung beim Carrera-Club, eine Mitgliedschaftskarte und einen Feinliner.
Nur: Mitglied bin ich seit fast zwei Jahre und wenn ich ein bisschen rechne, komme auf ein Scale Speed von… (rechne, rechne, rechne…) 0,068261 Km/h. Das sind fast 70 Meter in der Stunde. Bei dem Fahrtwind kommt man gar nicht ins Schwitzen.Damit möchte ich aber nicht behaupten, dass die Österreicher langsam sind. Wenn unser Magazin FlightXPress gelegentlich zu spät zugestellt wird, liegt es nicht am fehlenden Tempo der Redaktion, sondern an der Schusseligkeit der deutschen Post. Und unser ehemaliger Chefredakteur und Verleger würde die Strecke von knapp 1000 Km sicherlich in etwa 6 Stunden zurücklegen, einschließlich der Pausen, um den Aschenbecher zu leeren.

