Archiv für Dezember 2006

InstallShield, SafeDisc und der Weihnachtstress

Das ist genau, was man im Vorweihnachtstress wirklich braucht: Ein Add-on, das man so schnell wie möglich rezensieren muss, das sich aber partout nicht installieren lässt. Dann leuchtet man selbst so rot wie Nikolaus’ Kutte.

Zuerst wollte das Setup gar nicht arbeiten. InstallShield meldete hartnäckig einen ominösen „Error Code 6001“. Dieses Problem zu lösen kostete mich einen halben Tag. Den anderen halben Tag ging mit SafeDisc drauf: das berühmt-berüchtigte Kopierschutzsystem meinte, dass die Original-DVD fehlerhaft war, und quittierte abrupt den Dienst. Schön, nicht war?

Ich poste hier die notwendigen Gegenmaßnahmen, um InstallShield und SafeDisc zur Räson zu bringen. Vielleicht können sie eines Tages für unbekannte Googlenauten auf der verzweifelten Suche nach einer Lösung nützlich sein.

Error Code 6001 (oder auch Error Code 5001) ist durch eine ältere, bereits auf der Festplatte vorhandene Version von InstallShield verursacht. Die Lösung besteht darin, ein bestimmtes Verzeichnis samt Inhalt zu löschen, und zwar dieses:

C:\Programme\Gemeinsame Dateien\InstallShield\Professional\RunTime701

Für die Faulen stellt das Support von JustFlight ein kleines Tool bereit, das die Löschaktion automatisch vornimmt: ISClear.exe.

Die Weigerung von SafeDisc, die originale DVD zu akzeptieren, war schwerer durchzuschauen und zu lösen. Vielleicht war die DVD wirklich defekt, oder das Laufwerk nicht kompatibel, oder ein Brennprogramm unangenehm. Oder hatte ein anderes Kopierschutzsystem a la StarForce den DVD gekapert oder ein RootKit Unheil eingerichtet. Wenn SafeDisc den Dienst ohne jede Fehlermeldung quittiert, ist es schwer, die Ursache zu verstehen.

Aber da hat ein Patch von Microsoft für Windows XP sehr gute Hilfe geleistet. Eigentlich ist das Patch für bestimmte Games von Microsoft gedacht, bei denen SafeDisc ebenfalls Troubles verursachte. Und eigentlich ist es für Systeme gedacht, bei denen die Benutzer ein eingeschränktes Konto haben und die Schnellumschaltung aktiv ist, was bei mir nicht so ist.
Aber: auch in meinem Fall hat es wunderbar funktioniert. Hier bekommt man das SafeDisc-Patch für Windows XP.

Jetzt mache ich endlich Schluss. Ich hab’ zu viel Zeit mit diesen Sachen vertrödelt und habe noch jede Menge Spielzeuge zu packen.

Microsoft Hardware für harte Zeiten

Mittlerweile ist es durchgesickert: Das FS-Team arbeitet mit Hochdruck an der Verbesserung der Performanz von Flight Simulator X. In seinem Blog hat Senior PM Phil Taylor die Pläne der Entwickler gelüftet: Es wird ein Patch geben, das noch vor dem bereits angekündigten Vista-Update erscheinen soll. Wollen wir hoffen, dass es hilft. FSX stellt in meinen Augen ein besonders wichtiger Schritt nach vorne in der Geschichte von Flight Simulator, aber wenn er 4 gefühlte Minuten braucht, nur um hoch zu fahren, stellt er Geduld und Freude auf einer harten Probe.

Die Frage ist: was macht man in der Zwischenzeit, bis das Patch erscheint? Hierfür hat Microsoft wohlweislich frühzeitig Maßnahmen ergriffen: Sie hat spezielle Hardware extra für FSX anfertigen lassen. Das gute Stück kommt in einer schwarz lackierten Pappschachtel ohne jede Aufschrift. Wenn man sie öffnet, fällt daraus eine edle Box aus gebürstetem Aluminium mit dem FSX-Logo in mattem Weiß.

FS hardware for hard times

Und was steckt darin? Ein Mini-Brettspiel.

FS hardware for hard times

Ausgerechnet „Mensch ärgere dich nicht“! Irgendwie ist dies genau das richtige Motto für den etwas unglücklichen Start von FSX. Nimm es so wie es ist, es kann nur besser werden.

Hoffentlich würfelt das FS-Team nach all dem Pech endlich man ein paar Sechser.
 

Bill mag es auch nicht

Ärger mit Kopierschutz und sonstigen Aktivierungsmechanismen hat heutzutage jeder. Mal mehr, mal weniger. Bei mir läuft FSX immer noch (toi, toi, toi!) stabil und als ich letzte Woche die Grafikkarte gewchselt habe, musste ich das Programm nicht noch mal aktivieren.

 So. Und nun gibt es Mr. Bill Gates persönlich zu: Die Sache mit dem Digital Right Management laufe suboptimal. Nachzulesen auf heise online, wo sonst?

Tja, wir sind nicht mehr allein. Er zeigt sogar Verständnis für Kunden, die sich kopiergeschützte Ware kaufen und dann rippen. Der Mann ist natürlich schlau. Er redet nur von Musik und Videos, nicht von Software. 

Goldige Erlebnisse in San Francisco

Auf die Idee, San Francisco wieder zu besuchen, hatte mich die Rezension über die Szenerie von Flight Simulator X auf SimFlight gebracht. Dort waren auch einige Screenshots der Gegend zu sehen und die neue Hafenlandschaft und die dichte Bebauung schienen durchaus einen Rundflug wert. In FSX war ich noch nicht hier gewesen. So hechtete ich gestern Abend nach Hayward Executive, holte die alte Schulungs-Cessna aus dem Hangar und schon war in der Luft.

An diesem Tag war die Sicht – wie üblich an der Westküste – nicht besonders gut, aber das tat der Bildwiederholungsrate ganz gut. Ich tuckerte zuerst die Ostufer der San Francisco Bay entlang nach Norden und kurvte auf der Höhe der Bay Bridge nach Westen. Der dichte Straßenverkehr auf der Brücke sah gar nicht so übel aus. Mir gefiel es sehr, wie spurtreu Autos, Busse und LKW die Rampen rauf und runter rasten. Wer weiß, vielleicht lässt sich in Flight Simulator auch eine riesige Carrera-Bahn bauen. Warum nicht?
Die Downtown von San Francisco war auch hübsch, obwohl ein Gebäuderiegel leider sehr hoch über dem Boden schwebte. Wenn jemand sich nun fragt, ob die Beta-Tester diesen krassen Fehler nicht bemerkt und gemeldet hätten: Ja, sie haben es, aber…
Dann tauchte sie aus dem Dunst deutlich auf: die Golden Gate Bridge. Natürlich wollte ich sie mir aus der Nähe betrachten. Sie sah wirklich wunderbar aus. Und breit. So breit, dass auch eine 737 wohl darauf gepasst hätte. Ja, hätte. Die Zeiten, als diese Brücke in Flight Simulator landbar war, sind schon längst vergangen. Wann hatte ich das letzte Mal darauf aufgesetzt? Es ist sehr, sehr lange her. Ab FS98 war die Farhdecke der Brücke durchlässig wie Nebel.
Und so sah ich neidisch den Autos zu, die die Brücke für sich allein hatten. Aber dann fragte ich mich, ob die neue Asphaltdecke in FSX stark genug sei, um auch ein Leichtflugzeug zu tragen. So setzte ich zur Landung auf die Brücke.

Anflug auf der Golden Gate Bridge

Es war Pipifax. Viel, viel leichter als damals, als Pfeiler und Seile aus dünnen Scherenschnitten bestanden. Ich hatte die Brückenlandetechnik, die ich in FS3 sehr intensiv geübt hatte, nicht vergessen. Ich wusste noch, von welcher Seite und in welchem Abstand die letzte Kurve am besten zu fliegen war, um mit dem Mittelstück der Brücke ausgerichtet zu sein. Die dreidimensionale Konstruktion machte es noch einfacher, die Entfernungen und die Höhe einzuschätzen.
Sorge macht mir der Verkehr, bis ich merkte, dass die Autos nur nach Norden fuhren und dass die linke Hälfte der Fahrbahn frei war. Für die 11 m Spannweite der Cessna 172 war es genug. So gelang die Brückenlandung mit meiner Überraschung auf dem ersten Versuch. Mit 65 KIAS und volle Landeklappen schlich ich unter dem ersten Bogen hindurch, und dann musste ich nur warten, bis es quietscht.

Auf der Golden Gate Bridge gelandet

Es quietschte ganz sachte. Die Brücke trägt. Man kann auf der Golden Gate Bridge wieder landen. Wow! Ich hab mich wie ein Kind gefreut. Umso mehr freute ich mich, als ich es schaffte, die Maschine zu wenden und wieder Abzuheben. Früher war mir die Wende auf der Brücke nie gelungen. Pedalen gab es keine zu kaufen und mit 8 oder 16 Bit zu taxeln war eine Erfahrung für sich.

Start von der Golden Gate Bridge

Ab da ging es nach Süden, bis Palo Alto. Über KSFO sank die Framerate für einen kurzen Augenblick auf nervige 10 FPS, als zwei Jumbos sich zum Start anschickten. Aber das störte mich nicht ins geringste und ich genoss einfach den kurzen Flug. Nach dem ich das Flugzeug abgestellt hatte, schaute ich in das Logbuch. Da stand: von KHWD nach KPAO, 2 Landungen. Zwei Landungen! FS hat meinen Besuch auf der Golden Gate Bridge ordentlich erfasst und registriert. Noch mal Wow!

Später bin ich mit einem besonders breiten Grinsen ins Bett gegangen.

Vista weiß es

Mein Rechenmaschinchen wird mir zweifellos noch eine Weile erhalten bleiben und durch seine… ehm… Leistungsfähigkeit werde ich gar nicht Gefahr laufen, bald auf Windows Vista umzusatteln. Ein paar mutige Kollegen haben es aber schon getan und ihnen wurde eine unerwartete Offenbarung zuteil.

Sie berichteten, Vista wisse wohl Bescheid über die Qualitäten von Flight Simulator. Das neue Betriebsystem erlaube dem FSX-Installer nicht, eine Verknüpfung auf dem Desktop zu setzen oder einen eigenen Eintrag im Startmenü hinzuzufügen. Stattdessen wird der Flugsimulator ganz ehrlich und zwangsweise unter „Spiele“ einsortiert, zusammen mit Solitär, Mineswiper und Freecell.
Ich bleibe wohl noch eine Weile bei XP.

Ich denke an Paderborn…

Aerosoft war so nett, mir heute ein paar Bilder aus der Flugsimulationskonferenz in Paderborn zu senden. Es war vor sechs Wochen, aber mir kommt es so vor, als ob es sechs Monate vergangen wären. Die letzte Zeit war ein bisschen zu sehr arbeitsintensiv.
So waren die Bilder eine Gelegenheit, ein wenig nachzudenken.

Ja, wie war es in Paderborn? Spannend, interessant, vielfältig, laut und unerwartet produktiv. Das Timing für meinen Vortrag „Repaintings für FSX“ war wohl nicht sehr glücklich. Er kam als letzter nach einem recht intensiven Tag im Programm, der Saal musste für den Captain-Dinner umgestaltet werden und das Umräumkommando wartete schon vor der Tür. Viele Teilnehmer waren wohl in ihre Hotels schnell gefahren, um sich noch frisch für den Abend zu machen. Daher war das Publikum eher überschaubar. Naja, mein Ego wird es wohl verkraften…

Das Treffen in Paderborn war wieder eine ausgezeichnete Möglichkeit, mit vielen… tja, wie nennt man sie: FS-Groupies? Am meisten hat es mir gefreut, Maurizio Gavioli endlich persönlich kennen zu lernen und mit ihm mein etwas eingerostetes Italienisch wieder zu sprechen. Enrico Schiratti und ich mussten über unseres Teutonenitalienisch ein wenig schmunzeln.

Maurizio Gavioli und ich

Eigentlich beschäftige ich mich schon seit Jahren mit Maurizios Kreationen. Ich glaube, von ihm stammte ein seltsames Add-on für FS5 – oder FS4? Das weiß ich nicht mehr -, dass die VORs und NDBs in der Szenerie von Flight Simulator als riesige Dreiecke visualisierte. So viele Produkte habe ich in FlightXPress besprochen, an denen er mehr oder weniger beteiligt war: von MadDog 98 bis FS Cargo. Und dennoch war ich bisher nie dazu gekommen, ihn zu kontaktieren. Seltsam.

Farbberatung für die Lotsen

Über die Luftverkehrskontrolle in FSX kann man sich vortrefflich streiten. Das tat mein geschätzter Kollege Urs Wildermuth in der aktuellen Ausgabe von Flightxpress (12/2006) mit dem ihm typischen Ungestüm. Dass das ATC zu den wenigen Teilen von Flight Simulator gehört, die nicht überarbeitet wurden, war schon vor Erscheinen der neuen Version bekannt. Immerhin hatte Game Designer Paul Lange die Gründe in seinem Blog auch erklärt: So wie das System angelegt ist, bestünde kaum die Möglichkeit für wesentliche Änderungen. Die einzige gangbare Alternative sei, ATC komplett neu zu programmieren, aber das konnte für diese Ausgabe von Flight Simulator nicht mehr bewerkstelligt werden, gestand Paul Lange. Daher müssen wir in FSX mit demselben ATC von FS2004 und beinahe demselben von FS2002 auskommen. Fast wie im richtigen Leben sind auch in der virtuellen Welt solche Mammut-Behörden schwer zu reformieren.

Zu den wenigen, marginalen Änderungen von ATC gehört das Mitteilungsfenster und dieses stellt in meinen Augen wirklich eine Verschlechterung dar. Es ist mir zu groß und zu viel zu bunt. Ein paar der FSX-Betatester und ich auch hätten lieber das alte ATC-Fenster gehabt, aber diese Wünsche gingen nicht in Erfüllung.Ich habe noch nicht entdeckt, ob und wie man das frühere Erscheinungsbild wieder implementieren könnte. Zumindest die Farben kann man relativ leicht anpassen und das ist bitter nötig. Ich weiß nicht, wie die Entwickler darauf gekommen sind, so viele und so unpassend gewählte Schriftfarben zu verwenden. Die für den Piloten nicht so wichtigen Mitteilungen an den AI-Verkehr stechen in grelleren Tönen hervor, während ausgerechnet seine Funksprüche und die für ihn gedachte Anweisungen in matteren Nuancen gehalten werden. Eigentlich müsste es umgekehrt sein.

So habe ich ein wenig mit dem Farbkasten gespielt und nach einigen Experimenten für mich eher passende Einstellungen gefunden. Die Mitteilungen von ATC an den Piloten sind nun hellgelb, die Funksprüche des Piloten in leuchtendem Grün. Dieselben Farben habe ich für die Funksprüche des AI-Verkehrs gewählt, allerdings mit halbdurchsichtiger Deckung.
Dadurch können die wichtigen von den weniger wichtigen Funksprüchen leicht sortiert werden, und zugleich hat man nur zwei, konsistent verwendete Farben für alle Mitteilungen.

ATC messages colors

Und wie macht man das? Einfach die Konfigurationsdatei FSX.cfg öffnen, die Sektion [ATC] suchen und die Zeilen, die mit „COMM_MSG…“ anfangen, mit folgendem Text überschreiben.

COMM_MSG_NONE_COLOR=FFDADADA
COMM_MSG_ATC_USER_COLOR=FFFFEB0C  // FFFF7840
COMM_MSG_USER_ATC_COLOR=FF00E600  //FF00FF00
COMM_MSG_ATC_AI_COLOR=90FFEB0C    //FF32D1FF
COMM_MSG_AI_ATC_COLOR=9000E600    //FF5A79FF

Die Zeichen hinter den Schrägstrichen geben die Standardwerte wieder. Falls Sie doch die ursprünglichen Farben bevorzugen sollten, können sie sie leicht wiederherstellen, in dem die neuen mit den alten Werten überschrieben werden.


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