Archiv für Januar 2007

Stability and Control

Gestern Abend habe ich Airplane Stability and Control von Malcom J. Abzug und E. Eugene Larrabee zu Ende gelesen. Wie alle Fachbücher über dieses Thema ist die Lektüre stellenweise eine harte Kost. Seite 310 zum Beispiel:

Airplane transfer-function denominator factors, or roots, govern airplane motions following initial disturbances. Stable roots, having negative real parts, lead to subsidence of oscillatory or aperiodic motions. The same is true for the denominators of closed-loop transfer functions… Transfer function numerator factors are called zeros. A response survey to step inputs for a systematic variation in pole-zero combinations gives striking results, particularly for the case of two real poles and one real zero. Depending on whether the zero is between the poles or to the right, the step response appears either deadbeat or with a large overshoot.

stabilityandcontrol.jpgAlles klar, oder? Dieser Auszug stammt aber aus dem wohl schwersten Kapitel aus diesem hochinteressanten Buch, das sonst fast ohne mathematische Formeln und Kauderwelsch auskommt. Das liegt daran, dass es sich eigentlich der Geschichte der Disziplin widmet. Und dabei keine stringente chronologische, sonder nur eine lockere, thematische Ordnung einhält. Logischerweise beschäftigt sich die erste Hälfte mit den Grundlagen von Stability and Control. Sie beschreibt, wie die ersten Flugzeugbauer allmählich die Methoden erfanden, um ihre Flugapparate zu beherrschen und zu steuern.
Dann folgen mehr oder weniger lange Kapiteln über einzelne Probleme, zum Beispiel die Entdeckung der Trägheitsruckkopplung, die besonderen Anforderungen der US Navy an ihre Flugzeuge, die Herausforderungen des Überschallfluges, die Tücken der Ultralights oder die Trudelcharakteristik der Flugzeuge der General Aviation.

Dabei schöpfen die Autoren aus den Vollen ihrer langjährigen Erfahrungen als Konstrukteure und Forscher. Abzug arbeitete bei Douglas an der Entwicklung sowohl von Kampf- als auch von Transportflugzeuge und war zuletzt bei Northrop an den Programmen für die YF-17 und B-2 beteiligt. Larrabee wirkte bei Curtiss an mehreren Projekten und lehrte am MIT.

Für jemanden, der wirklich keine Ahnung der Materie hat, ist das Buch wohl zu schwer, da sich die Autoren gar nicht die Mühe machen, die Grundlagen der Aerodynamik zu erklären. Man muss schon wissen, was ein Scharniermoment oder ein Dutch Roll ist, um diese Abhandlung zu genießen. Aber das Buch erzählt die Geschichte dieser Disziplin so plastisch, spannend und zugleich tiefgründig, dass es ein Genuss ist.
Wer in das Buch schnuppern möchte, kann es hier tun.

Aeromonopoly

Ein Kind kränklich, das andere pubertierend. Eine Ehefrau, die nach einer harte Woche auf Tagungen und Kongressen nach Hause kommt. Und ich im großen Einkaufstress. Das sind schlechte Voraussetzungen für ein entspanntes und erholsames Wochenende.
Und dann trudelt plötzlich ein unerwartetes und großes Paket von Aerosoft ein. Nanu, hatte ich wirklich so viele Rezensionsmuster auf ein Mal bestellt? Nicht das ich wüsste! Also auspacken.

Darin war eine echte Überraschung, ein Dankeschön für den Vortrag auf der Flugsimulationskonferenz in Paderborn:  ein Monopoly-Spiel rund um das Thema Fliegerei. Mit winzigen Hubschraubern, Luftballons, Flugzeugchen und sogar eine Tomcat als Spielsteine. Statt Straßen gibt es Flugzeuge. Die teuersten Maschinen sind die Spirit of St. Louis (350$) und der Wright Flyer (400 $). Gebaut werden keine Häuser und Hotels, sonder Hangars und Flughäfen. Die Miete beim völlig ausgebauten Bell X-1 kostet z.B. 950 $. Bezahlen tut man mit Aerodollars, auf denen berühmte (natürlich nur amerikanische) Flugzeuge abgebildet sind.

Monopoly - Century of Flight

So wandelte sich der Samstag in einem doch entspannten Familienabend. Ich musste nur darauf aufpassen, dass der Kleine nicht seinen Spielstein, den Heißluftballon, in den Mund steckte. Letztes Wochenende hatte es eine Glasmurmel verschluckt und das war aufregend genug.

So, liebe Aerosofties, herzlichen Dank!

NACHTRAG

Das schönste am großen Paket waren wohl die zahlreichen Luftkissen der Verpackung. Wenn man sie auf dem Boden legt und darauf springt, knallen sie sehr laut. Ich habe sie nicht gezählt, aber sie waren mindestens zwei Dutzend. Und ihren munteren Knall hat mich heute morgen um 7:44 geweckt. Dem Kleinen geht es wieder ganz gut.

Sind FS-Entwickler fair?

Nein, ich werde nicht auf diese Frage antworten., das tut auf seiner Weise das Editorial von Devon Leslie auf FlightSim.com. Ich würde nicht alle seine Argumente unterschreiben, aber seine Sicht der Dinge über die „Macht“ der kommerziellen Entwickler und die „Ohnmacht“ der Freeware-Autoren stimmt schon nachdenklich. Sein Fazit:

Announcing products that never see fruition is dishonest, careless and manipulative –even if it’s not intended as such. It is unfair practice and it will invariable push out the little guy and I believe that we, as consumers, need to send a clear message to developers that we will not tolerate myths. Failure to fulfill your promises to a market comes down to bad planning, irresponsible marketing or a combination of the two.

Lesenswert.

Des Barons Reifenpanne

In diesem Beitrag im FXP-Forum meldete „Captain Lars“, dass die Beech Baron „White/Red Stripes“ einen Fehler bei der Texturierung der Räder aufweist.

Sobald das Flugzeug am Boden beschleunigt, erscheinen die Reifen weiß, also untexturiert. Die Modeller von Microsoft haben wohl diese Texturen (und andere kleine Details) nur in dieser Variante vergessen, da das Problem bei den anderen Barons nicht auftritt.

So habe ich die fehlenden Details aus der Standardtextur der Baron „White“ kopiert und den Fehler korrigiert. Mein Baron White Red Tires Patch kann natürlich heruntergeladen und frei verbreitet werden.

GPS – The Grat Picture Show

Offenbar hatte ich einen kleinen Tritt in den Hintern nötig. Genauer gesagt: eine Nachfrage im FlightXPress-Forum. So habe ich meine Einführung über die Bedienung vom GPS in FS2004 in der Mittagspause auf meiner Homepage ruckzuck hochgeladen. Eigentlich hatte ich nicht gedacht, dass der Text noch aktuell sein könnte, aber da FSX in diesem Bereich nichts geändert hat, ist alles noch gültig.

Vielleicht sollte ich auch die Tutorials über ATC herauskramen und online stellen. Aber ich warte erst auf den nächsten Tritt.

Für Learjet-Jockeys mit müden Augen

Ich habe gestern einen längeren Artikel über die Learjet 45 von FSX in die Redaktion geschickt. Es war eine schwere Geburt. Die spaßige Seite dabei war das Durcharbeiten von fast 1.500 Blättern aus Handbüchern, Leistungstabellen, Klarlisten und Pilotenberichten. Na gut, es waren nicht wirklich 1.500, ich habe mindesten die Hälfte der Emergency und den ganz dicken Brocken der Abnormal Procedures übersprungen. Es war aber eine ganze Menge übrig.
Ich habe drei verschiedene Fassungen des Artikels geschrieben und am Ende war ich immer noch unglücklich. Das war die nicht so spaßige Seite der Arbeit. Am liebsten würde ich eine vierte Fassung, aber in doppelter Länge in Angriff nehmen. Mal sehen, wie der Artikel ankommt.
Als ich kreuz und quer mit dem Learjet geflogen bin, habe ich festgestellt, dass meine Augen alt werden. Das winzige Radio Management Unit auf dem Hauptpanel ist wirklich… winzig. Normalerweise schalte ich das Radio Subpanel mit [Umschalten]+[2] auf, aber die Microsoft-Designer haben diese Position leer gelassen. Sie sind vermutlich jung. Oder sie können sich gute Gleitsichtgläser leisten.
So habe ich das leere Slot in der Panel.cfg benutzt, um mir eine vergrößerten Darstellung der Radios einzubauen. Es ist nicht schwierig: Es reicht, folgende Zeilen in der Sektion [Windows 01] der Panel.cfg hinzuzufügen:


[Window01]
Background_color=0,0,0
size_mm=169,198
window_size_ratio=1.000 
position=8
visible=0
ident=RADIO_STACK_PANEL
window_size= 0.248, 0.387
window_pos= 0.635, 0.622
no_luminous=1

gauge00=Lear_45_XML!Radio,  0,0,169,198

Das war’s. Da ich dabei war, habe ich noch ein paar andere Dinge an dem Learjet angepasst, aber darüber schreibe ich ein anderes Mal.

Widescreen-Monitore und FSX

Widescreens sind offenbar stark in kommen. Das merke ich daran, dass in letzter Zeit mehrer Anfragen von stolzen Besitzern dieser neuartigen Monitore erhalten habe. Diese Dinger sind einfach genial, insbesondere wenn man mit Grafik- oder Modellierungsprogramme hantiert. Links und rechts hat man endlich jede Menge Platz für Symbolleisten, Befehlspaletten, Rollouts usw. und der Blick auf die Arbeitsfläche wird nicht verdeckt.

Für andere Anwendungen wie Spiele, ehm, ich meine: Simulationen, sind sie weniger geeignet, da die Darstellung in die Breite gestreckt wird und runde Gegenstände wie Instrumente eierförmig aussehen. Im Virtuellen Cockpit tritt das Problem natürlich nicht auf, dort sind die Dimensionen durch das 3d-Modell vorgegeben. Aber die 2d-Panels sehen nicht sehr vorteilhaft aus. Und deswegen bin ich in letzter Zeit auffallend häufig gefragt worden: kann man in FSX was daran machen?

Ja, man kann. FSX unterstützt bereits Widescreen-Monitore. Leider haben die Entwickler vergessen, eine entsprechende Option im Anzeige-Menü von FSX einzubauen. Stattdessen muss man in der Konfigurationsdatei von FSX, der berühmten FSX.CFG, selbst Hand anlegen. Und damit ich den Vorgang nicht bei jeder Anfrage wiederholen muss, poste ich es hier.

Ach ja: diese Änderungen müssen vorgenommen werden, wenn der Simulator NICHT läuft.

1. Mit der Tastenkombination [Windows-Taste] + [R] rufen wir das Befehlsfenster „Ausführen“ auf.
2. Hier geben wir folgende Zeile ein:

%appdata%\Microsoft\FSX\fsx.cfg

Und dann klicken wir auf „OK“.

FSX.CFG öffnen

3. Die FSX.CFG wird automatisch in Notepad geöffnet. Ziemlich am Anfang dieser langen (und unübersichtlichen) Datei findet man die Sektion [DISPLAY]. Die letzte Zeile dieser Sektion, also die Zeile vor der nächsten Sektion [MAIN], lautet:

WideViewAspect=False

WiedeView einstellen

4. Wir ändern nun diese Zeile so:

WideViewAspect=True

Also „True“ an Selle von „False„, dann speichern wir die Datei.

5. Das war’s. Beim nächsten Start wird FSX den Widescreen-Monitor unterstützen.


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