Archiv für März 2007

Bugs as real as it gets

Fehler in Software gibt es immer. Das ist ärgerlich, insbesondere wenn sie das gesamte System abstürzen lassen und den Anwender vor einem Blue Screen lassen. Einige Piloten der US Air Force sollen aber in Februar 2007 einen Blue Screen der besonderen Art erlebt haben.

Nach Informationen von CNN war die Staffel aus 12 (nach anderen Berichten 6) brandneuen F-22 Raptors auf dem Weg von Honolulu nach Japan, als plötzlich mitten über dem Pazifik die meisten und wichtigsten Flugzeugsysteme ausfielen. Die Piloten hätten keinen Funk, keine Navigationsgeräte, nicht mal Lageanzeiger zur Verfügung gehabt. Glücklicherweise waren sie von Tankflugzeugen begleitet, die sie wieder zurück nach Hawaii führten.

Laut Bericht soll sich nachher herausgestellt haben, dass der katastrophale Ausfall durch einen Fehler in der Software bei der Überschreitung der Datumsgrenze bzw. des 180. Breitengrads ausgelöst wurde.

Es ist nicht ganz klar, ob die Story wirklich so passiert ist, wie CNN berichtet hat. Tatsache ist, dass es von offizieller Seite keine Bestätigung und keine Dementi erfolgt ist. Der Vorgang erinnert an früheren Problemen der F-16. Sein FBW-System glaubte, dass das Flugzeug auf dem Rücken flog, sobald der Äquator überflogen wurde und drehte es um. Dieser Bug wurde aber bereits im Simulator gefunden.

Ich fliege Lufthansa

Das ist etwas, dass ich schon seit ein paar Jahrhunderten nicht mehr gemacht hatte: Ich habe ein Repainting auf Avsim und FlightSim hochgeladen. Und zwar eine Bemalung der Dreamfleet Archer III in den Farben der Lufthansa Airline Training Center Arizona (ATCA)  in Goodyear (Arizona). Dieser kleine Flieger hat mich richtig angetan. Ja, er mag zuerst „kalt“ aussehen. Die „alte“ Archer II von Dreamfleet sah zweifellos mehr vom Leben gezeichnet aus. Wenn man aber die neue Archer eine weile benutzt hat und ihre innere Werte kennengelernt hat, wird man sie nur genießen. Mehr dazu sage ich nicht, weil im nächsten Heft von FlightXPress meine Rezension erscheinen wird.

Zuerst dachte ich, die Übermalung würde rasch gelingen. Die Maschine ist ganz weiß, nur das Seitenleitwerk im Lufthansablau (eigentlich RAL 5013 Kobaltblau) und eine gute Reproduktion des Logos ist leicht aufzutreiben. Was soll da so schwer sein? Nun ja, wie gesagt, diese Archer III sieht „kalt“ aus und wenn man die Texturen analysiert, weiß man auch warum. Dreamfleet hat diesmal absolut farbneutrale Grautöne benutzt, währen Blechstoße und Nietenköpfe als dünne, gleichmäßige Striche gezeichnet (und nicht etwa gemalt) wurden. Ich habe versucht beides zu korrigieren, aber bis die Ergebnisse mir gefallen haben, waren einige Stunden mit zahlreichen Tests schon um.

archer_dlh.jpg

 

Wer das Repainting probieren möchte, kann es hier herunterladen. Natürlich wird das Add-on von Dreamfleet vorausgesetzt. Bitte daran denken, die Radverkleidungen mit dem Konfigurationspanel der Archer III abzuschrauben.

Und wer wissen möchte, wie man die Texturen von FS-Flugzeuge übermalt, kann natürlich mein Handbuch „Repaintings für FS2004“ kaufen.

FS2004 ist tot

Zumindest für Microsoft. Seit einigen Tagen ist die offizielle Homepage von Flight Simulator 2004 nicht mehr erreichbar. Offensichtlich wurde sie aus dem Web herausgenommen. Das Dumme dabei ist, dass nun auch alle SDKs zu FS2004 und auch das Patch zur Version FS9.1 nicht mehr verfügbar sind. Doof.

Aber sie sind noch im Netz auffindbar. Zum Beispiel hier:

Sammlung FS2004 SDKs

Update FS9.1 DEUTSCH oder ENGLISCH

Schwarze Schönheit

„Schwarz ist Scheiße!“ Meine Tochter hatte es wieder auf dem Punkt gebracht. Sie schimpfte auf den Porsche GT und ihre Wut war berechtigt. Wie kann man ein kleines, schwarzes Autochen auf einer schwarzen Carrera-Piste gut erkennen, zumal die Kurve unter dem Tisch nicht wirklich gut ausgeleuchtet ist? So flog der blöde Porsche tatsächlich auffallend oft aus der Spur. Das passierte nicht nur ihr sondern auch mir.
Schwarze Autos sind für die Rennbahn ungeeignet. Deswegen habe ich keins mehr in dieser Farbe gekauft. Nicht mal den F1 Mc Laren Mercedes, da ich fürchtete, dass das Silber der Silbepfeile mit dem Glanz der Stromleiter verwischen würde.

So war es ein Unding, dass ich mir vor ein paar Wochen nicht nur ein schwarzes sondern ein mattschwarzes Auto schenkte. Aber ich hatte in einem Online-Shop ein Angebot aufgestöbert, den ich nicht widerstehen konnte: zwei Ferrari 575 GTC fast zum Preis von einem einzigen. Der erste ist rot und weiß, der zweite eben mattschwarz. Und gestern Abend hatte ich endlich, endlich wieder die Zeit, schnell meine Schienen herauszukramen, eine simple Acht zu bauen und die Monster in Bewegung zu setzen. Zuerst mit nur 7 Volt, bloß um die Mechanik einzufahren und Lunkerstellen an den Kontakten zu verhindern. Gelassenes Cruisen ist auch eine tolle Sache. Die Maschinen surren, dass es eine Freude ist.

Und ich muss sagen: Der schwarze Ferrari ist wunderschön. Und da er eine schöne, klare Beleuchtung vorne und hinten hat, verliert man ihn nie aus den Augen. Warum hat Carrera bloß nicht früher Autos mit Beleuchtung angeboten?

Ferrari 575 GTC 

Die matte Farbe gibt ihm eine richtig böse Ausstrahlung. Den Wagen gibt es von Carrera mittlerweile in glänzend und ich habe ihn bei Karstadt auch gesehen, erinnert mich aber an einen tiefer gelegten Leichenwagen. Nicht mein Fall.

Pi mal Daum scheinen sie ziemlich flott unterwegs zu sein. Sie sind breit, der Leitkiel hat einen relativ langen Abstand zur Hinterachse, der Hinterbau ist kurz und die Karosserie flach. Das sind doch gute Voraussetzungen. Bei Gelegenheit muss ich eine richtige Rennbahn aufbauen und die Zeiten messen.
 

Wie bespreche ich Freeware?

In der Ausgabe 03/2007 von FlightXPress war eine Rezension der kostenlosen Grumman AA-5 Tiger von Tim Conrad. Die drei Seiten aus der Feder von Kollegen MeatWater haben für eine lebhafte und kontroverse Diskussion im Forum von FlightXPress gesorgt. Denn der Rezensent genoss das Add-on gar nicht und fällte ein vernichtendes Urteil, während dasselbe Add-on von FlightSim einen Award erhielt. Bei der Diskussion im FXP-Forum ging es nicht nur um die Bewertung des Add-ons selbst, sondern auch darum, wie man Freeware in einer Rezension angemessen würdigt. Nun scheint das Thema ausdiskutiert zu sein und meine Wortmeldung mag verspätet vorkommen. Ich habe aber absichtlich damit ein wenig gewartet, weil ich mich mit ein bisschen Abstand damit beschäftigen wollte. Ich möchte hier nicht die einzelnen Kritikpunkte der Rezension analysieren, obwohl sie schon eine genauere Betrachtung verdient hätten. Ich möchte nur eine Frage aufgreifen: Kann man (oder muss man sogar) Freeware und Payware auf derselben Weise besprechen?

An einer Stelle schrieb der Rezensent:

Ich habe es mir schon vor einiger Zeit abgewohnt, bei der Beurteilung eines Add-ons zwischen Freeware und Payware zu unterscheiden – ganz einfach aus dem Grund, dass am Ende ja schließlich das zählt, was sich dem User im Simulator präsentiert. Wenn ich ein Freeware-Produkt als „schlecht“ klassifiziere, so zeige ich mich damit nicht als undankbar – ich weise lediglich auf die Qualität und den Nutzen hin. (FXP 03/2007, Seite 24)

Nun ja, einiges spricht schon für diese Haltung. Das ist der Blick des Testers, der sachlich und unvoreingenommen analysiert und misst. Wenn man Reisegeschwindigkeit und Verbrauch eines Flugzeugs überprüft, macht es in der Tat keinen Unterschied, ob das Add-on etwas gekostet hat oder nicht. Die Ergebnisse werden objektiv als KIAS oder GPH angegeben, egal ob das Add-on 30 €, 15 € oder gar nicht gekostet hat.
Wenn es um Payware geht, spielt aber der Preis schon eine Rolle in der Endbeurteilung. Denn es ist ein Unterschied, ob beispielweise eine Boeing als Einzel-Airliner 100 € kostet oder in einem Paket mit anderen 3 Flugzeuge für 25 € den Besitzer wechselt. Die Erwartungen, die man berechtigt hegen kann, klaffen gewaltig auseinander. Dort erwartet man einen mächtigen Flight Management Computer mit unzähligen Seiten und Unterseiten, hier ist man damit zufrieden, wenn sich die paar Knöpfe des Standard-Autopiloten bedienen lassen. Würde man den Verhältnis Preis/Leistung nicht berücksichtigen, würde man die kommerziellen Produkte unsachgemäß beurteilen. Warum sollte dann bei Freeware die Preisfrage keine Rolle spielen?
Das bedeutet nicht, dass man alles unkritisch annimmt und jede Kreation über den grünen Klee loben muss, nur weil sie nichts kostet. Geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul, geschenkten Add-ons allerdings schon. Als Rezensent fühle ich mich durchaus verpflichtet zu sagen, was gut und was schlecht ist. Nicht nur, damit die Leser es wissen; sondern auch damit der Autor des Add-ons eine Rückmeldung erhält, die ihn ermutigt, das nächste Mal es besser zu machen.

Denn an dieser Stelle zeigt sich noch ein wichtiger Unterschied zwischen Payware und Freeware. Payware ist ein Produkt, das man kauft und mit dem man mehr oder weniger zufrieden sein kann. Wenn es Fehler haben sollte, kann man meistens nur auf ein Patch hoffen.

Bei Freeware ist es anders, sie leben von den Beiträgen anderer Fans, die bessere Panels, Bemalungen, Aerodynamiken, Checklisten usw. kreieren. Ich weiß, es gibt auch die leicht bornierten Freeware-Autoren, die keine Änderung am eigenen Werk dulden und selbst banale Dinge wie ein fremdes Repainting verbieten. Solche Wichtigtuer stellen zum Glück nur eine kleine Minderheit dar und untergraben eigentlich die Grundidee von Freeware. Freeware ist zwar keine freie Software (free software), ist aber zweifellos auch ein Stück eines sozialen Netzwerkes und seine Bedeutung misst man – nicht nur aber auch – daran, wie gut es diesen Prozess der gemeinschaftlichen Verbesserungen in Gang setzt. Schlechte Freeware sind für mich jene Add-ons, für die sich keine Mühe mehr lohnt. Wenn die Szenerie so miserabel aussieht, dass niemand Lust verspürt, dafür eine bessere AFCAD-Datei zu erstellen, ist diese Freeware gescheitert. Wenn das Flugzeug gar nicht so übel aussieht, so dass man mit dem Gedanken spielt, die Avionik auszutauschen oder die Flugdynamik zu optimieren, hat es Pluspunkte gesammelt. Natürlich gibt es herausragende Freeware, die kaum eine Verbesserung mehr benötigt, sie ist allerdings – wie jeder, der regelmäßig die Bibliotheken von Avsim und FlightSim abgrast, längst erfahren hat – eine seltene Blume. Aber auch diese seltene Blume wächst und gedeiht, weil sich unterschiedliche Menschen zusammen tun, um etwas zu machen das ihnen – und hoffentlich auch den Anwendern – Spaß macht.

Bei der Lust, eine Freeware zu verbessern und etwas selbst dazu beizutragen, spielt noch ein Faktor eine wichtige Rolle: die Aura, die Seltenheit des Vorbildes. Payware orientiert sich oft am Mainstream. Produziert wird – von den rühmlichen Ausnahmen abgesehen – was sich voraussichtlich gut verkaufen lässt. Es gibt natürlich Zwischenbereiche, es gibt noch die Designer, die aus Liebhaberei ein ungewöhnliches Flugzeug reproduzieren und es auf den Markt bringen, obwohl sie wissen, dass sie nicht mehr als eine winzige Aufwandentschädigung erhalten werden. Aber die Marktgesetze sind eindeutig: Ein mittlerer internationaler Flughafen aus der nordamerikanischen Pampa verkauft sich besser als die idyllischen Landeplätze aus Italien. Airbusse, Boeings, Cessnas und Pipers gibt es en masse, welcher kommerzieller Entwickler würde aber es wagen, eine Ruschmeyer oder eine Miles für Flight Simulator nachzubauen? Freeware-Autoren tun es aber und produzieren Add-ons, die man sonst nie sehen würde.
Ich halte es daher für fraglich, ob die x-te kostenlose Nachbildung einer Boeing 737 oder einer Piper Cherokee wirklich sinnvoll ist, insbesondere wenn sie schlecht gemacht wird. Wenn jemand aber ein Flugzeug reproduziert, dass in der realen Fliegerei als kultig, interessant oder legendär angesehen wird, in Flight Simulator aber noch völlig fehlt, ist es für mich ein Grund zur Freude.

Lange Rede, kürzer Sinn: Die Beurteilung von Payware und Freeware verhält sich bei mir wie die Beurteilung von Essen. Ein Dinner im Restaurant, eine Currywurst im Imbiss oder das gemeinsame Grillen mit Freunden präsentieren auf dem Teller im Endeffekt dasselbe: Nahrung. Ein Diätologe würde die Speisen wahrscheinlich rein sachlich und objektiv nach ihrem Kalorien- oder Vitaminengehalt beurteilen. Ich bin aber ein Genießer. Natürlich schaue ich auch genau, was aufgetischt wird und warne vor eventuell drohenden Lebensmittelvergiftungen. Aber das Drumherum (sowohl beim Essen als auch beim Flugsimulieren) ist mir auch sehr wichtig.
 

Stress, Swing und Flusiteff

Phew, das waren aber wirklich sehr arbeitsame Tage! Da die Erkältung mich gut eine Woche außer Betrieb gesetzt hatte, hatte ich dann eine Menge nachzuholen. Und zwischen die Beine kam noch ein unerwarteter Übersetzungsauftrag. Gerade habe ich meinen letzten Text für das April-Heft von FlightXPress versendet. Eigentlich war ich mit meinen Texten schon längst fertigt, aber dann gab es Probleme mit den Längen anderer Artikel und so waren einige Lücken zu füllen. Und wenn der Chef aus Wien anruft, dann arbeitet man auch am Wochenende…
Im kommenden Heft kommt in einem meiner Artikel der „Swing“ vor. Ich versichere, ich hatte ihn längst verfasst, bevor dieser Roger Cicero (heißt der so?) mit seinem Lied für den European Song Contest in meinem Wahrnehmungshorizont aufgetaucht ist. Es ist nur Zufall. Wenn Swing, dann höre ich das Original.

Ecky schraubt, Karl-Heinz und ich schauen zu

Trotz des Stresses (iih, wie das klingt) habe ich endlich wieder geschafft, nach Norderstedt zum monatlichen Hamburger Flusi-Treff zu fahren. Zuletzt hatte es nicht mehr geklappt. Entweder hatte ich keine Zeit, oder das Treffen fand nicht statt. Manchmal hatte ich Zeit und das Treffen fand auch statt, nur ich hatte es vergessen.
So, gestern hat es wieder geklappt und es war sehr unterhaltsam. Zuerst die angenehme Fahrt mit Karl-Heinz (vielen Dank für das Mitnehmen!), die Plaudereien mit Jürgen Volkmer, Jürgen Wexel und den anderen Teilnehmer und natürlich der Vortrag von Karsten Stender über das Online-Fliegen und die Abenteuer der PMDG-Gruppe vom Flugsimulatorclub. Ich habe dabei den mir bis dahin unbekannten Vectortool kennengelernt. Vielen Dank dafür.

So. Diese Woche muss ruhiger werden. Ich hatte nicht mal die Zeit, die zwei Ferrari 575 GTC auszupacken, die ich mir zum Geburtstag geschenkt hatte. Solche Geräte müssen bewegt werden.
 


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