Archiv für Juli 2007

Malitalia

Große Preisfrage: Hat Alitalia noch überhaupt Flugzeuge? Dieser Rätsel beschäftigt mich, seitdem ich den amerikanischen Werbespot der italienischen Fluggesellschaft gesehen habe. In einem gewissen Sinn ist das Ding wirklich ein Meisterwerk. Man braucht schon sehr viel können, um in 30 Sekunden so viele Klischees über Italien und die Italiener zu bedienen und kein einziges Flugzeug auch nur schemenhaft zu zeigen.

Insofern verrät der Werbespot die Wahrheit über Alitalia: eine Fluggesellschaft, die nicht fliegt. Kein Wunder, dass niemand diesen maroden Zirkuswagen kaufen will. Es gibt bereits viele, die sich über „Malitalia“ lustig machen. Das ist ein Wortspiel aus „male“ (schlecht, böse) und dem Namen der Airline. Ich könnte ebenfalls ein paar interessante Anekdoten über meine Erlebnisse als Alitalia-Wenigflieger loswerden, aber das behalte ich mir lieber für ein anderes Mal vor. Für die Zeit, als es die Gesellschaft nicht mehr geben wird und man anfängt, tolle Geschichten über sie zu erzählen. In Vorbereitung auf diese nostalischen Zeiten habe ich bereits ein Repainting der standardmäßigen A-321 von FSX angefertigt.

A321 I-BIXC Piazza del Campo

Dargestellt ist die I-BIXC „Piazza del Campo“ mit dem neuen Farbschema, das seit Anfang 2007 gespritzt wird. Es wird mir als Beispiel für das Kapitel „Farbbalken und Zierstreifen“ in der zweiten Auflage meines Repainting-Handbuchs dienen.

Kein Spamming mehr

Manchmal kommt es auf die Details an. Manchmal sind es nicht die realen oder vermeintlichen, bombastisch angekündigten eimalige Features, die ein neues Produkt aufwerten. Sondern die Kleinigkeiten. So ist es zumindest bei mir.
Nehmen wir mal FS2004. Was hat er – abgesehen vom Rattenschwanz historischer Flugkisten – mehr als FS2002 angeboten? Im Grunde genommen nicht viel. Aber zwei kleine Details haben mich sofort überzeugt: das neue GPS und das verbesserte ATC. Nach der Installation von FS2004 hatte ich keine Lust mehr, mich mit seinem Vorgänger herumzuplagen.

FSX ist eine andere Geschichte. Sein Hauptproblem ist eigentlich meine Hardware, aber das ist ja ein Thema, das lange diskutiert worden ist. Tatsache ist, dass ich – wie viele andere Simmers auch – den guten, alten FS2004 immer noch in Betrieb habe. Er sieht meines Erachtens nicht besser als FSX aus und bietet dazu noch weniger Spaß, aber er läuft flüssiger. Und mit ihm kann ich zwei Flugzeuge fliegen, die leider, leider in FSX immer noch nicht funktionieren: die Digital Aviation Piper Cheyenne und die Dreamfleet Piper Archer III. Komisch, mir fällt gerade auf, dass ich von einem eingefleischten Cessna-Flieger zu einem leidenschaftlichen Piper-Jünger geworden bin.

Aber ich verfranse mich, zurück zum Kurs. Ich benutze FS2004 weiterhin und dennoch ertappe ich mich gelegentlich dabei, ihn zu verfluchen und ihn zu fragen (ja ich rede mit der Software. Tun wir es nicht alle mit unseren Autos auch?), warum er bloß nicht diese oder jene Eigenschaft von FSX hat. Und ich meine damit nicht die supertoll aufgelösten Texturen, die gigantische Mesh-Szenerie oder die ortgenaue Straßen und Flüsse. Sondern eher ein paar liebenswerte Kleinigkeiten. Davon hat FSX ganz viele. Aber ich erwähne jetzt die für mich allerwichtigste:

In FSX gibt es kein Spam mehr. Die Menüleiste wird nicht mehr mit den Einträgen aller Add-on-Produzenten verunstaltet, die den Weg bis auf meine Festplatte gefunden haben. In meinem FS2004 hat diese unwillkommene Werbung eine solche Überhand erreicht, dass es schwer ist, den gewünschten Menübefehl zu finden. Stattdessen ordnet FSX alle Zusatzmodule sauber in einem einzigen Menüpunkt unter. Genial. Ich mag das. Warum kann es FS2004 nicht? Ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich seine überladene Menüleiste sehe.

Übrigens: dies beweist, dass das FS-Team durchaus auf die Wünsche der Kunden hört. Ich hatte nämlich vor anderthalb Jahren eine Mail an tell_fs(at)microsoft(dot)com geschickt: „Please stop the spam pollution“. Das haben sie getan.


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