Archiv für September 2007

Bitterer Sonntagmorgen

Meine Tochter kommt um 7:45 in das Schlafzimmer rein und befehligt: „Papa, du muss endlich zum Friseur. Deine Haare wachsen schon über deine Glatze“.

Die ganze Wahrheit über Ossobuco

Mann, das ist aber ein Stress. In den letzten zwei Wochen rotiere ich noch schneller als eine CD. Zuerst kam die Arbeit mit einer Menge Aufträge für eine hiesige Zeitung. Dann kam die „richtige Arbeit“ für FlightXPress. Und schließlich unterbreitete man mir ein Angebot, das man nicht ablehnen kann.
Ich komme wirklich zu nichts. Letzte Woche habe ich nur 45 Minuten in Flight Simulator geloggt. Immerhin im Cockpit einer knackigen F-18.

Eine wunderschöne Unterbrechung der Arbeitshektik war jedoch der Geburtstag meiner Nachbarn Jörn und Marina. Kurz hintereinander sind sie 40 geworden und haben eine schöne, gemeinsame Party geschmissen. Dafür hatten sie ein Büffet von einem italienischen Feinkostladen bestellt. Ich fühlte mich fast wie zu Hause. Das tollste und leckerste dabei war: Ossobuco.

Für diejenigen, die diese Leckerei nicht kennen: Ossobuco ist eine Kalbshachse, die langsam in Wein, Brühe oder Tomatensoße geschmort wird. Dazu reicht man traditionell Safranrisotto (risotto alla milanese) oder Kartoffelbrei. In Deutschland bekommt man sehr selten Hachsen vom Kalb, stattdessen wird Rind verwendet. Ossobuco vom Rind ist etwas fester und schmeckt etwas anders, ist aber dennoch ausgesprochen köstlich.

Das wichtigste am Ossobuco (wörtlich: gelochtes Knochen) ist aber nicht das Fleisch um das Knochen, sondern das Loch in seiner Mitte. Denn darin befindet sich weiches, warmes, superleckeres Knochenmark. Als ich Kind war und meine Mutter ab und an Ossobuco zubereitete, haben meine zwei Brüder, meine Schwester, mein Vater und ich uns heftig um die dicksten und fettesten „Löcher“ gestritten. Wer sie bekommen hat, ist doch klar, oder?
Diesmal war „die Bande“ nicht dabei, so konnte ich mir in aller Ruhe den tollsten Knochen auf den Teller knallen. Und dann habe ich das Messer genommen, den Knochenmark herausgepült, auf das Brot gestrichen, in den Mund gesteckt und vor Wonne gestöhnt. Wundervoll war das.

Bis ich plötzlich festgestellt habe, dass die anderen Gästen mich so angestarrt haben, als ob ich ein Mars-Männchen wäre. Dass das leckerste vom Ossobuco in dem Knochenloch liegt, haben sie nicht gewusst. Und der Gedanke, Knochenmark zu essen, war ihnen offensichtlich ziemlich zuwider. So blieb am Ende vom Büffet eine Menge ungeleerte Knochen auf den Tellern. Das war ein trauriger Anblick für mich. Am liebsten hätte ich mich darauf gestürzt und den Mark herausgesaugt. Das geht nämlich schneller als mit dem Messer. Aber ich habe mir nicht getraut.
Nur den Ossobuco meiner Frau gönnte ich mir. Und sie hatte sich einen kleinen genommen.

Wir liegen im Trend

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Gelber Titelbalken, blauer Schriftzug, weiße Umrandung. Diese sind die Erkennungsmerkmale eines viel beachteten Medien-Projekts. Nein, die Rede ist nicht von FlightXPress, sondern vom Spiesser. Das kostenlose Jugendmagazin aus Dresden ist aus einer ehemaligen Schülerzeitung hervorgegangen und nun sorgt in der Medienbranche für eine gehörige Portion Aufregung. Übrigens: Spiesser schreibt man eigentlich mit „ß“, aber die Jugend von heute… ;-)
Als Journalist verfolge ich die Diskussionen über neue Medienprojekte logischerweise mit Aufmerksamkeit. Als ich dann zum ersten Mal ein gedrucktes Exemplar in der Hand hielt, erlebte ich eine kleine Überraschung. Die Ähnlichkeiten mit dem neuen Layout von Flightxpress sind nicht zu übersehen. Wir liegen also voll im Trend. Obwohl ich meine, dass das FXP-Gelb bei weitem nicht so „giftig“ wie das Spiesser-Gelb aussieht.

Naja, über das neue FXP-Styling ist im FXP-Forum sehr kontrovers diskutiert worden. Es gab immerhin auch lobende Worte, aber sie wurden meist per E-Mail direkt an die Redaktion gerichtet und nicht im Forum gepostet. Die Gestalter haben sich alle Kritikpunkte aufmerksam angehört und bereits die nächste Ausgabe wird beweisen, dass die Redaktion fleißig gearbeitet hat.
Heute durfte ich den Spiegel eines Artikels von mir sehen und das war m.E. wirklich gut gemacht. Am liebsten würde ich ein Bild davon hier posten, aber dann verderbe ich euch den Spaß und kriege bestimmt ärger von der Layouterin.

Noch was zur Geschmacksfrage

Ich sehe gerade, dass Marc einige klare Worte über das Für und Wider des neuen Designs im FXP-Forum gesprochen hat.

Die Neuigkeiten von FlightXPress

So, die Katze ist nun aus dem Sack. Heute ist endlich die neue Ausgabe von FlightXPress erschienen und darin kann man lesen und sehen, was alles in den letzten, fiebrigen Wochen in Wien, Aachen und Luxemburg ausgetüftelt wurde.

Die erste Änderung sieht jeder: FlightXPress hat ein ganz neues Layout. Es soll moderner und lesbarer sein. Zweifellos wirkt es auch ein Tick technischer und kühler. Als ich die ersten Entwurfe sah, fragte ich mich selbst, ob dieser Stil bei den jetzigen Lesern wirklich gut ankommt; ob sie nicht die liebenwürdigen, auch schrulligen Details, die teilweise wie handgemacht erschienen, vermissen würden. Marcel kunstvolle Full-Size-Covers habe ich auch sehr gemocht.

Die ersten Reaktionen auf das Layout sind eher durchwachsen. Einigen gefällt es, anderen nicht. Eine eindeutige Meinung dazu habe ich noch nicht, weil ich das neue Heft noch nicht erhalten habe und ich es nur aus einigen Screenshots kenne.
Nach den Rückmeldungen zu urteilen, werden die Grafiker sicherlich noch einiges anpassen müssen, aber das ist normal: Oft sitzt ein neuer Anzug bei der ersten Anprobe nicht gut und muss angepasst werden.
 
Die zweite große Neuigkeit ist der Eigentümer: Guido Fritdum bzw. der FSL-Verlag haben FlightXPress verkauft. Der neue Besitzer ist Marc Goergen alias „der Spinner von Onyx“ alias Marc_1001 alias Twainmarx. Ja, der Twainmarx, der seine Virtuelle Airline mit aggressiver Werbung nach oben gepuscht hat; der das FXP-Forum mit Plakataktionen pflasterte; der ein paar Mal ganz knapp dran war, von mir höchstpersönlich aus dem FXP-Forum herausgeschmissen zu werden. Ja, genau der Typ ist nun mein Chef.
Als Gerhard es mir am Telefon sagte, war ich sprachlos. „Hallo, bist du noch da?“ rief es aus Wien. „Weiß ich nicht so genau“, antwortete ich.

Man kann es sich vorstellen, dass Marc und ich einiges zu besprechen hatten. Um all das zu klären, brauchten wir ungefähr fünf Zeilen einer E-Mail. Ich muss sagen, ich haben seinen gradlinigen Umgang in dieser Sache sehr positiv registriert.
Beeindruckt hat mich auch, wie er mit der Kooperation mit TEMA umgegangen ist. „Twainmarx“ gehörte zweifellos zu den schärfsten Kritikern von TEMA und von ihrem Pilot Club. Selbst im FXP-Forum hat er sich vor nicht allzu langer Zeit ziemlich gepfeffert dazu geäußert. Dass Marc und TEMA eine Menge zu besprechen hatten, war also auch klar. Das haben sie getan und wie es mir scheint, ist dabei eine gute Basis für die zukünftige, gemeinsame Arbeit gelegt worden.
Inzwischen habe ich Marc etwas besser kennengelernt und ich denke, er könnte genau der richtige Mann für FlightXPress sein. Warum? Er hat Ideen und er weiß, wie er sie verwirklichen kann. Er kann motivieren und mit Kritik umgehen. Er hat ein offenes Ohr für andere Ideen und schätzt die Teamarbeit. Das sind Dinge, bei denen es bei FlightXPress früher gelegentlich gehapert hat.
Dass es Skeptiker gibt, die sich schon ausmalen, wo das alles enden wird, wenn eine trendige Virtual Airlines ein reales Magazin übernimmt, kann ich verstehen. Nein, FlightXPress wird nicht zum Bordmagazin von Onyx. Ich bin guter Hoffnung, dass Marc und FXP die Leser mit Fakten überzeugen werden.
Noch ist es allerdings nicht so weit und in den Foren werden viele Halbwahrheiten und Unterstellungen über FXP, TEMA, Marc usw. verbreitet. Eine kleine Faktenliste kann vielleicht Klarheit schaffen.

  1. Das FSL-Verlag, der FlightXPress herausgab, hat in April 2007 Konkurs gemeldet.
  2. Der Geschäftsführer vom FSL-Verlag, Guido Fritdum, hat zuerst mit viel Einsatz versucht, den Betrieb von FlightXPress fortzusetzen.
  3. In dieser Phase hat der FSL-Verlag eine Kooperation mit TEMA aus Aachen vereinbart. Diese international operierende Firma hat sich auf Technologie-Marketing spezialisiert und hat Satz und Layout von FlightXPress übernommen. Ferner steuert TEMA einige Seiten mit passenden Themen aus der realen Fliegerei bei. Schlechtinformierte kolportierten fröhlich, dass FXP von TEMA übernommen wurde, aber das entsprach zu keiner Zeit der Wahrheit.
  4. TEMA hat für den FSL-Verlag ein neues Layout entwickelt, um das Relaunch des Magazins auch optisch zu unterstreichen.
  5. Später entschied sich der FSL-Verlag, das Magazin an TOX Media zu verkaufen. Diese Gesellschaft wurde von Marc Goerner für seine Tätigkeiten im BEreich der FLugsimulation gegründet. Er kaufte das Magazin mit seinem Geld, es gibt keine ominösen Geldgeber, die sich im Hintergrund halten.
  6. FlightXPress wird nun von TOX Media bzw. Marc Goerner herausgegeben. Die Redaktion wird wie vorher von Gerhard Ringhofer geleitet und sitzt in Wien. Die bekannten Stammautoren (mich eingeschlossen) werden weiterhin für FXP schreiben. TEMA übernimmt Satz und Layout.

Ich bin ziemlich sicher, dass mit diesem Blog noch nicht alle Fragen über die Gegenwart und Zukunft von FlightXPress beantwortet werden konnten. Zumal ich nicht alles weiß – und ich nicht alles ausplaudern darf ;) . Aber für heute ist es genug.


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