Vielleicht lag es daran, dass ich ersten Bilder des neuen Steuerhorns aus dem Hause CH in der Adventszeit zu Gesicht bekam. Tatsache ist, dass mein erster Gedanke war: „Wow, was ist das für einen Weihnachtsbaum“. Seien wir mal ehrlich: die neue CH Eclipse Yoke sieht genau so wie die alte aus, nur mit einer halben Lichterkette und bunten Halbkügelchen als Knöpfen darauf. Und dazu noch mit seltsamen Ruderpedalen, die man mit den Daumen bedient, die „Fingertip Paddles“.
Ich hatte das Gefühl, dass die gute alte und leicht verschnarchte Tante CH den Kampf gegen die smarte, innovative (und günstigere) Pro Flight Yoke System von Saitek mit einem Haufen Lametta und Blendwerk ausfechten wollte. Um es klar zu sagen: Ich habe sowohl das alte Steuerhorn von CH als auch das von Saitek. Und ich muss noch dazu sagen, dass ich immer noch das alte Flight Sim Yoke USB Professional von CH bevorzuge. Das Steuerhorn von Saitek hat viele Pluspunkte, aber was das Fluggefühl angeht, gefällt mir persönlich das Produkt von CH besser. Nur: wozu noch Daumenpedale und Lichterketten?
So war ich eher skeptisch, als ich dank Aerosoft die Gelegenheit hatte, ein paar Wochen lang die Yoke von CH zu testen. Und das Ergebnis hat mich selbst überrascht. Denn die Daumenpedale sind viel bequemer zu verwenden, als ich dachte. Klar, damit kann man keine Luftakrobatik und auch keinen Dogfight vollführen. In solchen Flugzeugen steht im Cockpit sowieso ein Knüppel und kein Steuerhorn. Für das normale, gesittete Fliegen sind diese Fingertip Paddles allemal viel besser als Joystick mit drehbarem Griff. Egal ob Forward Slip oder Side Slip: Auch die Arbeit mit gekreuzter Steuerung gelingt ganz gut. Anders als echte Pedale haben die Daumenpedale jedoch keine Funktion für die Bremsen.
Eine ganz gute Sache sind die großen Räder für die Trimmung von Hohen- und Querrudern. Sie erleichtern das Setzen der korrekten Flugkonfiguration ungemein. Es war wirklich ein Aha-Erlebnis, trotz seitlichem Ungleichgewicht in den Kraftstofftanks perfekt auf Kurs zu fliegen. Manuell, versteht sich. Sehr praktisch ist zudem die Möglichkeit, die Trimmung mit einem simplen Druck auf das Rad zu zentrieren.
Das von mir sehr geschätzte Steuergefühl ist gleich geblieben. In Zeiten, wo an allen Ecken und Kanten und auch an Ruckstellfedern gespart wird, ist das ein Pluspunkt.
Die vielen bunten Knöpfe in der Mitte des Steuerhorns haben mich hingegen eher genervt. Insbesondere der rote Drehschalter in der Mitte des Steuerhorns. Denn seine Federung ist ziemlich stark und wenn man versucht, ihn zu drehen, dreht sich das Steuerhorn mit. Man muss also die Yoke richtig festhalten, wenn man nicht herumeiern möchte. Was würde der Controller sonst sagen?
Typisch CH ist die Hilfe beim Anschließen und Konfigurieren der Hardware: eher inexistent. Das Konfigurationsprogramm lag bei meinem Testmuster nicht bei und musste von der Homepage des Herstellers heruntergeladen werden. Ein Profil für die automatische Einbindung in FSX gibt es nicht, so dass man das ganze Brimborium aus Schalter, Hebeln und Achsen selbst konfigurieren muss. Für ein Gerät dieser Preisklasse (über 220 €) ist dies schon eine schwache Leistung.
Alles in allem war das Steuerhorn besser und durchdachter als zuerst vermutet. Aber als ich es wegpackte und es Aerosoft zurück schickte, war ich nur wegen der Trimmräder traurig. Sonst bin ich mit meinem alten CH-Steuerhorn voll zufrieden.
Archiv für April 2009
Die Weihnachtsbaum-Yoke
Veröffentlicht April 21, 2009 Flight Simulator Hinterlasse einen KommentarTags: Aerosoft, CH Eclipse Yoke, Flight Simulator, FSX, Hardware, Steuerhorn
Die Entscheidung ist mir nicht schwer gefallen. Ich bin schließlich ein großer Fan dieses großartigen Flugzeugs. Das Information Manuals von Cessna für dieses Muster liegt in Reichweite auf meinem Schreibtisch-Cockpit und im Regal dahinter liegen sogar einige Ausgaben von